Als wir noch in der Vuda Marina lagen war relativ schnell klar, dass einige Stellen an unserem Boot geschweißt gehören. Sowohl im Unterwasserbereich, als auch unter unserem Basanmast1, im Cockpit2, unter einer unserer Winschen3 und an einigen anderen, kleineren Stellen. Als wir einen der, in der Marina ansässigen Schweißer für einen Kostenvoranschlag vorbeikommen liesen, waren wir sehr erstaunt über den uns genannten Preis. Das hätte man in Deutschland vermutlich auch gezahlt und dass, wo wir wissen, dass die Arbeiter lediglich einen Stundenlohn von zwei bis drei Euro fünfzig verdienen. Die Betriebe sind fast ausschließlich in australischer oder neuseeländischer Hand. Wer das Geld am Ende einsteckt, kann man sich denken… Doch zum Glück hatten wir einen Plan B. Beim trampen haben wir Cecil kennen gelernt, den Verantwortlichen für die Boote einer großen Gasfirma in Fiji. Er gab uns seine Telefonnummer und wir mussten ihm versprechen, dass wir uns melden würden wenn wir bei irgendetwas Hilfe benötigen. Ihn kontaktierten wir um zu fragen, ob er einen Schweißer kenne der die Arbeiten an unserem Boot übernehmen kann. Kurz darauf hatten wir die Nummer von einem seiner Kollegen. Der Kontakt war unkompliziert. Wir schrieben Kali ob er sich unser Boot mal anschauen könnte und er sagte uns für den nächsten Tag zu.
So unkompliziert der Kontakt mit den Leuten der Gasfirma war, so kompliziert war es mit der Marina. Sie wollten Kali nicht auf das Gelände lassen. Immerhin steht er nicht auf deren Contractliste und gibt damit auch keinen Prozentsatz des bei uns verdienten Geldes, an die Marina ab. Folglich war er nicht nur unerwünscht, das Betreten des Geländes war für ihn verboten. Tom wurde wütend. Immerhin sollte Kali sich an dem Tag nur mal unser Boot anschauen und noch nicht an ihm arbeiten. Er bestand darauf, dass Kali ein Freund von uns sei und nach langem Hin und Her und nachdem Kali seinen Ausweis im Büro hinterlegt hatte, wurde ihm dann doch noch Einlass gewährt.
Er schaute sich alles an und als er mit seiner Inspektion fertig war grinste er, „no problem!“ Vorsichtig fragten wir, was es wohl kosten würde. Nach dem ersten Kostenvoranschlag erwarteten wir ein kleines Vermögen. Kali grübelte, noch einmal flog sein Blick über die verrosteten Stellen. „100$“, sagte er schließlich. Tom und ich schauten uns an, hatten wir uns verhört? „Sorry?“, fragte Tom nach. „100$“, sagte Kali noch einmal. „We´ll give you more!“
Damit war die Sache klar, wir würden Kali an unserer Lola schweißen lassen. Als Schweißer für die Gastanks und Gaspipelines musste er wirklich richtig gut sein und das für einen unglaublichen Preis. Aufgrund der strengen Regeln der Marina mussten wir das allerdings schieben, bis wir im Wasser waren. Kali schlug vor, dass wir nach Lautoka, die nächst größere Stadt, in den Frachthafen kommen sollten. Leider gab es Arbeiten die getan werden mussten, bevor wir Lola ins Wasser setzten. Zähneknirschend beauftragen wir für diese den überteuerten Schweißer der Marina, der uns das notwendigste richten sollte. Er schickte uns einen jungen Kerl, der sein Handwerk mehr schlecht als recht verstand. Die Arbeit wurde lieblos und nur unzureichend erledigt. Das Blech für den Basanmast wurde nicht an den Rumpf angepasst sondern mit einer umso dickeren Schweißnaht an der kurzen Stelle befestigt, die halt bleibt wenn mein ein gerades Blech an eine sich rundende Oberfläche heftet. Oben verfehlten sich die Bleche gleich um ein paar Zentimeter. Tom ließ ihn die Arbeit drei mal machen, bevor er sie resigniert abnickte und zu dem Schluss kam, dass er es selber besser hin bekommen hätte.
Nun waren wir zurück am Festland und wollten den Rest schweißen lassen. Besser und billiger, so unsere Überzeugung.
Cecil gab uns den Kontakt eines Verwaltungsmitarbeiters des Hafens. Wir telefonierten mit ihm und erklärten, dass wir kommen möchten um Schweißarbeiten erledigen zu lassen und dass wir dafür auf jeden Fall Elektrizität benötigen werden. „Klar“, sagte dieser, das sei alles kein Problem. Er brauche vorab nur all unsere Unterlagen und müsse mit seinem Chef, dem Hafenmeister, abklären, ob der Liegeplatz für die angefragte Zeit auch frei sei. Die Liegeplatzgebühr belaufe sich auf 1,20$ pro Stunde, macht 28,80$ pro Tag. Es dauerte nicht lange, dann leitete der Verwaltungsmitarbeiter die Mail von seinem Chef weiter, der uns grünes Licht gab. Damit war alles klar, wir würden mit unserem Segelboot zu den ganz Großen fahren.
Kali wollte sich das Wochenende für uns Zeit nehmen. Zwei Tage sollten ihm reichen, meinte er. Wir beschlossen schon am Freitag in den Hafen zu fahren um alles für Samstag vorbereiten zu können. Kurz vor dem Hafen meldeten wir uns per Funk, um um Erlaubnis zur Einfahrt zu bitten. Zu Toms Enttäuschung und entgegen der Versprechen am Telefon, kam kein „Pilot“-Boot um uns im Hafen einzuweisen. Überhaupt schien niemand auch nur davon Kenntnis zu nehmen, dass wir in den Hafen einfuhren. Wir fuhren vorbei an großen Containerschiffen, bis zu einem Kai an welchem dicke Autoreifen hingen. Auch hier war niemand um uns in Empfang zu nehmen oder uns einzuweisen. Wir waren ratlos, wo sollten wir anlegen? Wir beschlossen Lola an dem Kai mit den Reifen fest zu mache. Sollten wir hier stören, würde uns das schon jemand sagen. Da niemand da war um unsere Leinen entgegen zu nehmen, mussten wir selber auf den Kai klettern und uns fest machen.
Von Moses, dem Hafenmeister, haben wir vorab die Information bekommen, dass wir für die Schweißarbeiten eine „hot-work-permission“ benötigen würden. Also kramten wir unsere Unterlagen zusammen und machten uns auf zu den Büros. Der Weg führte vorbei an hoch aufgetürmten Containern und einer Ladefläche, auf der mehrere Arbeiter in Sicherheitswesten im Schatten lagen und dösten. Die Rezeption im Erdgeschoss war verwaist. Ein Schild wies uns daraufhin, dass die meisten Büros im ersten Stock sein. Also erklommen wir die Stufen nach oben. Doch auch dort war alles ruhig. Durch den Sichtschutz der, auf den Gang zeigenden Fenster, fiel kein Licht und auf unser Klopfen reagierte niemand. Als wir den Durchgang, über dem ein großes Schild mit der Aufschrift „Exit“ prangte durchquerten, sahen wir einen Sicherheitsmitarbeiter in Uniform auf einem Stuhl sitzen. Sein Kopf ruhte auf seiner Brust. Ganz offensichtlich hielt auch er seinen Mittagsschlaf. Leise zogen wir uns wieder zurück und nahmen den gleichen Weg nach draußen, wie wir gekommen waren.
Es wirkte als wäre der Hafen über die Mittagsstunden in einen Dornröschenschlaf gefallen. Also beschlossen wir, als erstes in die Stadt zu laufen und uns später um den Papierkram zu kümmern. Doch wir kamen nicht weit. Bei der Sicherheitspforte wollten wir kurz Bescheid geben, dass wir nun da sind, uns quasi anmelden. „Und wer seid ihr?“, fragte ein Mann in Uniform. An der Gitterwand hinter ihm hingen mehrere Schlagstöcke. Wir erklärten uns. Ein zweiter Mann in Uniform saß auf einem Plastikstuhl neben der Schranke. Als ein Auto kam drückte er ein Ende der Schranke Richtung Boden und sie öffnete sich. Das Auto passierte. „Und welches ist euer Schiff?“, wollte der erste Mann wissen. „Das weiße Segelboot da hinten.“ „Welches Boot? Ich sehe nichts.“ „Das kleine, da hinten.“ Langsam lies der zweite Mann die Schranke wieder in ihre Ausgangsposition zurück gleiten. Tatsächlich war Lola nicht ganz einfach auszumachen, sie wirkte wie ein Fisch zwischen Walen. Der Uniformierte nickte, entfernte sich ein paar Schritte und sprach in sein Funkgerät. „Ihr müsst in das Büro um euch anzumelden“, stellte er klar als er wieder vor uns stand, „jetzt“. Also liefen wir zurück zu dem Bürogebäude. Und tatsächlich, langsam trudelten die Mitarbeiter von der Pause ein und die ersten nahmen wieder Platz an den Schreibtischen hinter der verglasten Wand der Rezeption. Wir gingen hoch in den ersten Stock und klopften an der Tür des immer noch dunklen Büros. „Bula“, ein Mann erschien am Ende des Ganges, „wie kann man euch helfen?“
„Wir suchen einen Semi für die hot-work-permission. Außerdem müssen wir uns anmelden, wir sind gerade angekommen.“ Es gebe hier keinen Semi, sagte uns der Mann, aber für den Antrag sollen wir ihm kurz folgen, den könne er uns geben. Das Büro bestand aus zwei Räumen in denen jeweils zwei Schreibtische standen. Als er das Licht einschaltete flackerten die Neonröhren auf und tauchten die Räume in helles, weißes Licht. Auf den Schreibtischen stapelten sich Ordner und Papiere. Er ging in den zweiten Raum und wühlte in einem der Stapel. Unter dem Schreibtisch lag ein großes Paar Stiefel. Sein Besitzer ist wohl ohne sie in die Pause gegangen. Triumphierend zog der Mann ein paar zusammengeheftete Blätter aus einem Ordner. „Hier“, er überreichte sie uns, „bringt das morgen Früh ausgefüllt zurück.“
Wir bedankten uns und fragten, ob wir uns bei ihm auch anmelden können. Er schüttelte den Kopf, dafür seien die Kolleg*innen im Erdgeschoss zuständig. Noch einmal bedankten wir uns, dann verließen wir das Büro.
Neben der Rezeption im Erdgeschoss lag noch ein weiteres, großräumiges Büro. Durch eine Glasscheibe konnte man hinein schauen, doch betreten konnte man es nur über einen Warteraum. Der Raum war klein und ohne Fenster. Das einzige Mobiliar bestand aus drei Stühlen. Etwa ein Viertel des Raums war belegt mit unzähligen Kartons, bei deren Inhalt es sich laut Aufschrift um Kuchen handelte. Zwei Frauen kamen zu uns. „Bula, how are you?“, nach der netten Begrüßung aber folgten strenge Blicke und Anweisungen in einem härteren Ton. Sie wollten unsere Papiere sehen, waren unzufrieden mit dem was wir ihnen gaben und schließlich verschwand eine der Frauen mit unseren Pässen. „Warum kommt ihr erst jetzt zum einklarieren, wenn ihr laut Stempel schon seit März in Fiji seit?“, wollten sie von uns wissen. Nun verstanden wir das Missverständnis. „Nein, nein, wir möchten nicht einklarieren. Wir wollen uns nur hier im Hafen anmelden“, erklärten wir ihnen. Auf einmal lockerte sich die Stimmung wieder. „Achso“, lachten die Frauen, „dann seit ihr bei uns aber falsch, dafür müsst ihr in den ersten Stock zu der Tür mit der ,Security´-Aufschrift.“ Sie machten noch schnell ein Selfie mit uns, dann wurden wir wieder entlassen. “Ich habe noch eine Frage“, beeilte ich mich zu sagen, bevor die Tür zu den Büros sich schloss. „Warum stehen hier so viele Kuchen?“ „Die sind abgelaufen“, erwiederte eine der Frauen als sei meine Frage damit beantwortet. Kurz darauf standen wir erneut vor der Tür des Büros, in dem es keinen Semi gibt. Diesmal saß ein junger Mann hinter dem Schreibtisch des hinteren Raums. Er stellte sich als Sami vor. Für die Anmeldung seien wir bei ihm falsch, dafür müssen wir in das Büro neben an aber wir bräuchten zusätzlich noch eine Erlaubnis, damit Kali das Hafengelände betreten darf. Als ich nachfragte wie wir die bekommen können, gab er mir ein leeres Blatt Papier und einen Stift. Ich erbat schriftlich um Einlass für unseren Freund Kali für die kommenden zwei Tage und Tom und ich setzten unsere Unterschrift darunter. Als ich Sami den Zettel gab, las er das Geschriebene gründlich bevor er nickte. Die Einlass-Erlaubnis koste 5$ pro Tag, bei zwei Tagen ergebe dies 10$. Die sollen wir bitte unten an der Rezeption bezahlen. Während Tom sich wieder auf den Weg nach unten machte, kramte ich den Antrag für die hot-work-permission aus unserem Rucksack. Immerhin konnten wir nun gleich alles auf einen Schlag erledigen. Der Antrag lies mich stutzen. Über drei Seiten musste man angeben, welche Sicherheitsmaßnahmen man vor den Arbeiten ergreifen würde und am Ende gab es eine Risikobewertung. Ich war auf einmal unsicher, ob das überhaupt klappen würde. Vielleicht war der Frachthafen doch eine Nummer zu groß für uns. Hilfesuchend wendete ich mich an Sami. Dieser nahm mir den Antrag aus der Hand um zu sehen, wie weit ich gekommen war. Lediglich unsere Namen und der von Kali standen auf dem Zettel. „Das passt schon“, sagte Sami. Er erklärte mir noch, dass es für jeden Tag einen eigenen Antrag brauche aber er werde diesen hier einfach kopieren und das Datum ändern. Auf dem Handy ploppte eine Nachricht auf. Sie war von Kali. Er glaube doch nicht in zwei Tagen fertig zu werden. Besser wäre, wir planen drei ein. Als Tom mit der Quittung über die 10$ wiederkam, schickte ich ihn noch einmal los und Sami reichte mir erneut den Zettel, auf welchem ich um Einlass für Kali gebeten habe. Ich änderte die 2 auf dem Papier zu einer 3 und als Tom wiederkam und Sami die zweite Quittung über 5$ reichte, setzte dieser feierlich seinen Stempel neben unsere Unterschriften.
Wir verließen sein Büro mit dem Gefühl, einen großen Schritt voran gekommen zu sein. Also ab zur nächsten Türe um uns endlich im Hafen anzumelden. Eine barfüßige Inderin im Rock öffnete uns die Tür. Auch sie war irritiert von unserem Erscheinen. Sie blickte aus dem Fenster, „wo ist euer Schiff?“. Doch von ihrem Büro aus konnte man es nicht sehen. Mit leichten Schritten verließ sie den Raum und wir folgten ihr. Am Ende des Ganges, neben einer schweren Tür auf der „Habour Master“ stand, führte sie uns in einen großen Konferenzraum mit dunkel verglasten, bodentiefen Fenstern. „Welches Schiff ist eures?“, wollte sie noch einmal wissen. „Das Segelboot“, antworteten wir. „Ah, das kleine.“ „Ja, das kleine.“ Inzwischen war ich mir sicher, wir hätten anlegen, drei Tage schweißen und wieder ablegen können ohne dass es jemand bemerkt hätte. Wir folgten ihr zurück in ihr Büro, wo sie uns ihre Karte gab. Wir sollen ihr bitte die Bootsunterlagen per Mail zukommen lassen. Als wir ihr erklärten, dass wir dies bereits vorab getan hätten lächelte sie, „aber dann passt doch alles.“ Tom und ich schauten uns an. Echt jetzt? Uns hätte einiges erspart bleiben können… Wir konnten es kaum glauben, waren aber froh diese Tortour beinahe überstanden zu haben. Nur noch ein letzter Schritt fehlte. Wir hatten den Liegeplatz lediglich für das Wochenende angefragt, mussten also abklären ob der Platz auch noch einen dritten Tag frei sei. Wir klopften an die Tür des Hafenmeisters und wurden herein gebeten. Das Büro unterschied sich in jeder Hinsicht von allen, die wir zuvor besucht hatten. Es war geräumig und ordentlich aufgeräumt. Anstelle des künstlichen Lichts erhellten große Fenster den Raum. Vor einem großen Schreibtisch standen zwei stilvolle Sessel und zwischen ihnen ein Couchtisch, auf dem verschiedene Zeitungen ausgebreitet lagen. Als wir eintraten nahm Moses, der Hafenmeister, seine Brille ab und erhob sich aus dem Sessel. „Willkommen“, begrüßte er uns freundlich und hielt uns seine Hand hin. „Setzt euch.“ Er bedeutete uns auf den Sesseln Platz zu nehmen, er selbst setzte sich auf einen Stuhl. Wir machten etwas Smalltalk bevor wir zur Sache kamen und ihn fragten, ob es möglich sei unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. „Klar“, nickte er, „kann sein, dass ihr zwischendrin mal kurz raus müsst wenn ein anderes Boot kommt, aber dann könnt ihr einfach vor der Einfahrt ankern.“ So etwas wollten wir eigentlich nicht hören, nickten aber und hofften inständig, dass in den nächsten Tagen kein anderes Boot unseren Platz beanspruchen würde. „Noch eine letzte Frage, wo ist denn der Stromanschluss? Wir haben ihn noch nicht entdecken können“, fragte Tom ihn. „Das liegt daran, dass es keinen Stromanschluss gibt“, erwiderte Moses leichthin. Ich merkte wie sich mein Mund öffnete und wieder schloss. Für einen Moment hatte es uns die Sprache verschlagen. Dann hörte ich meine Stimme fragen, „es gibt keinen Strom? Aber deshalb sind wir doch hier.“ „Mietet euch doch einfach einen Generator, dann habt ihr Strom“, schlug Moses fröhlich vor. „Aber dafür hätten wir ja gar nicht in den Hafen kommen müssen“, probierte es Tom noch einmal. „Naja, jetzt seit ihr schon hier und euer Boot ist hier sicher, geht doch in die Stadt und genießt euren Nachmittag“, schlug Moses vor. Unfähig darauf zu antworten nickten wir. Er begleitete uns zur Tür. „Einmal war ich in Deutschland, das ist nun dreißig Jahre her. Ich habe mir den Hamburger Hafen angeschaut, toller Hafen. And I really enjoyed german Busen.“ Mit diesen Worten verabschiedete uns der Hafenmeister. Als wir wieder vor dem Bürogebäude standen, in welchem wir die letzten paar Stunden verbracht hatten, fühlte ich mich seltsam ausgelaugt. Was jetzt? Wir beschlossen Moses Rat zu folgen und in der Stadt ein paar Bier trinken zu gehen.
Lautokas Zentrum ist wahrlich keine Schönheit doch es gibt dort eine Bar mit großem Garten und angrenzendem Restaurant. Es ist ein Ort der Ruhe. Nie ist viel los und der Ausblick auf das Wasser lässt einen die Stadt mit ihrem Verkehr und den Menschenmassen auf der anderen Seite vergessen. Das Restaurant bietet authentisch indisches Essen für umgerechnet vier Euro und das Bier ist nirgends sonst so billig. Es ist ein Ort zum Kraft tanken und war genau das, was wir in dem Moment brauchten. Über dem Essen und ein paar Rum-Cola vergaßen wir unsere aktuelle Situation, redeten über vergangene Reisen und Orte, die wir zukünftig mit Lola erkunden wollen.
Als wir zurück in den Hafen kamen hatten wir neue Energie. Wir unterhielten uns länger mit einem Australier, der schon seit mehreren Jahren für eine australische Firma im Frachthafen arbeitet. Als wir ihm von dem Schlamassel erzählten, schüttelte er den Kopf. Doch dann sagte er etwas, womit auf einmal alles wieder in Ordnung kam: „Ich habe einen Generator, ihr könnt ihn über das Wochenende haben. Ich stelle ihn morgen Früh, zusammen mit einem Kanister Benzin, vor euer Boot.“
Für die Nicht-Segler:innen:
1 Der kleinere, hintere Mast
2 Der Aufenthaltsort an Deck, von dem man das Boot aus steuert
3 Eine Seilwinde über die man die Leinen der Segel führt




