ABOUT ME
Über mich
Schon seit ich ein kleines Kind war wusste ich immer, eines Tages möchte ich die Welt bereisen.
Als ich eine hübsche Blechbüchse geschenkt bekam malte ich auf einen Zettel eine Weltkugel mit der Überschrift „Theresas Weltreise Kasse“, ich wollte früh beginnen zu sparen denn ich wusste, reisen ist sehr teuer.
Daraufhin fing ich an bei verschiedensten Familienevents Werbung für mein Vorhaben zu machen und um kleine Spenden zu bitten. Alle waren bereit mir ein paar Münzen aus ihrem Geldbeutel zu kramen und mein Opa steckte mir augenzwinkernd sogar einen
kleinen Schein zu.
Von nun an sammelte ich mein Kleingeld in der Büchse. Der Plan war das Kleingeld irgendwann in Scheine umzutauschen und mich so immer näher an meinen Traum zu bringen.
Leider gab es weniger weit entfernte Verlockungen und so kramte ich, wann immer ich Gelüste nach Süßigkeiten vom Bäcker hatte, ein paar Münzen aus meiner Büchse und tauschte sie in Gummibärchen.
Heute liegt sie in einem Karton im Keller meines Elternhauses. Und ich? Ich befinde mich direkt in dem vermutlich größten Abenteuer meines Lebens!
Die Beginne
Die Schulzeit war anstrengend und lange, geprägt von jahrelangen Depressionen und mehreren Schulwechseln. Eine Sache die mich motiviert hat, war die Aussicht auf mein Vorhaben, nach der Schule mal raus aus dem mir Bekannten, in die weite Welt zu kommen. In dem Jahr, in dem ich mein Fachabitur gemacht habe, habe ich jemanden kennengelernt. Tom lebte in seinem selbst restaurierten Postbus, der mehr Jahre auf dem Buckel hatte als wir beide zusammen.
Er wollte mit seinem alten Düdo erst nach Portugal und dann weiter nach Afrika. Doch seine Abfahrt verzögerte sich immer weiter und als ich Weihnachtsferien hatte fuhren wir zusammen los. Der Plan war ihn zwei Wochen zu begleiten und am Ende der Ferien nach Deutschland zurück zu fliegen aber das Schicksal meinte es gut mit uns. Die Schulen blieben aufgrund der Pandemie geschlossen und ich konnte weitere zwei Monate mit ihm in Portugal verbringen.
Doch als die Schulen wieder öffneten musste ich zurück. Ich buchte einen Flug und verpasste ihn. Da beschloss Tom mich nach Hause zu bringen.
Zurück daheim suchten wir uns eine gemeinsame Wohnung. Ich machte mein Fachabitur und meldete mich für die dreizehnte Klasse an. Tom machte sich in der Zeit selbstständig um Geld zu verdienen. Ich brach die dreizehnte Klasse ab und beschloss, dass ich lange genug in der Schule gewesen war. Unser Geld war knapp, also fing auch ich an zu arbeiten.
Vier schöne Jahre bis zum Ziel
Es geht erschreckend schnell, seine Träume und Ziele im Alltag zu verlieren. Klar, der Plan ist Geld für sein Vorhaben zu sparen aber leben ist teuer und man möchte ja auch daran teilhaben. Schnell war ein Jahr `rum und ich meinem Ziel kein Schritt näher.
Tom machte sein eigenes Tattoostudio auf. Ich beschloss die Zeit auch für meine persönliche Entwicklung zu nutzen und begann an der Freiburger Heilpflanzenschule eine Ausbildung als Phytotherapeutin. Nach dem zweiten Jahr hatten sich Toms Wünsche und Bedürfnisse verändert und er wollte gar nicht mehr auf Reisen sondern lieber sesshaft werden und sich etwas in Deutschland aufbauen.
Es verging ein weiteres Jahr in dem wir unserem gewohnten Leben nachgingen. Die meiste Zeit verdrängten wir, dass wir an einem Punkt angelangt waren, wo wir uns entscheiden müssen.
Sind unsere Vorstellungen so unvereinbar, dass sich unsere Wege trennen werden? Ignoriert eine*r von uns seine eigenen Bedürfnisse damit der andere glücklich ist? Können wir einen Kompromiss finden, der für beide okay ist? Aber wie sollte dieser aussehen? In Form einer Fernbeziehung? Das fühlte sich alles andere als gut oder richtig an.
Diese Fragen trugen wir lange mit uns herum und sie reiften im Unterbewussten bis mir Tom am Ende des dritten Jahres verkündete, er habe eine Lösung für unser Dilemma.
Tom ist sieben Jahre älter als ich. Sieben Jahre Vorsprung in denen er schon allerlei erlebt hat. Ein Jahr bereiste er, zusammen mit seinem besten Freund, Indien und Nepal wo sie sich zwei Autorikschas kauften und damit die Ostküste Indiens abfuhren. Ein andermal begaben sie sich auf die Reise durch den Balkan bis nach Griechenland. Die Strecke bewältigten sie mit ihren Longboards und ausgestrecktem Daumen.
Seine Reiseerfahrungen waren stets geprägt vom kein-Geld-haben. Geschlafen wurde im Zelt, zwischen parkenden Autos, auf der Bank im Park oder in besetzen Häusern. Was für mich wie ein riesen Abenteuer klingt ist für Tom eine Realität die mit vielen Unbequemlichkeiten, Anstrengungen und Unsicherheiten verbunden ist. Das sind Erfahrungen die ihn geprägt haben, die er aber nicht wiederholen will. Wenn er sich also darauf einlässt mit mir reisen zu gehen, dann mit ein bisschen mehr Komfort, einem Budget bei dem man nicht Angst haben muss sich kein Wasser mehr leisten zu können und einem Ort den man sein Zuhause nennt.
Tom ist gelernter Bootsbauer und Wassersport-Enthusiast und sein Vorschlag für eine Kompromisslösung war: Wir kaufen uns ein Segelboot um damit die Welt zu bereisen.
Diese Idee gefiel mir nicht.
Ich bin im bayrischen Voralpenland aufgewachsen. Die meisten Familienurlaube haben wir auf Hütten im Allgäu oder Österreich verbracht. Mein Element ist definitiv die Erde und nicht das Wasser. Was nicht heißt, dass ich das Wasser nicht mag, ich liebe es, solange es stehend ist und nicht größer als der Starnberger See. Dem Meer kann ich nicht viel abgewinnen, da ist zu viel Bewegung als dass es zum schwimmen einlädt, seine Bewohner und Strömungen machen mir Angst, das klebrige Gefühl von Salzwasser nervt mich und vom Sand, den man nach einem Strandbesuch unweigerlich überall hat und nie wieder los wird, will ich gar nicht erst anfangen.
Auf die Frage „See oder Meer?“ war meine sofortige und ganz klare Antwort immer „See!“ Am liebsten versteckt zwischen großen Bäumen und mit Bergblick.
Und während ich ein mulmiges Gefühl bekam, sobald ich an das Meer und seine unvorstellbaren Weiten und Tiefen dachte, wurde Tom immer begeisterter von seiner Idee.
Ich freute mich, dass Tom doch wieder Lust bekam Deutschland temporär zu verlassen und musste eingestehen, dass seine Idee ein Kompromiss war. Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken Backpacken zu gehen und lies mich auf eine neue Idee, ein neues Ziel ein. Das vierte Jahr arbeiteten wir wieder für einen Traum und als wir am Ende diesen Jahres angekommen waren hatte Tom seinen Laden aufgelöst, unsere Wohnung hatte einen Nachmieter und unsere Pflegekatze Lotti ein schönes Für-immer-Zuhause.
Was wir noch nicht hatten war ein Boot. Dies war aber nicht weiter schlimm, der Plan war nach Miami zu fliegen, in der Hoffnung dort ein billiges Boot zu finden welches wir wieder herrichten können um dann damit in die Karibik zu segeln. Die Flüge waren schon rausgesucht, die ersten Impfungen für Mittel- und Süd-Amerika injiziert, da bekamen wir eine Nachricht auf Facebook die nochmal Alles ändern sollte. Ein paar Wochen zuvor hatte Tom angefangen „Low-Balls“ zu verschicken. Das heißt, er hat sich auf Facebook auf Inserate gemeldet, welche schon länger online sind und ihnen ein Angebot gemacht, welches zwar den angegeben Preis weit untersteigt aber irgendwie mit unserem Budget vereinbar wäre. Wenn jemand auf ein solches Angebot reagierte hat war es meist eine ziemlich patzige Antwort aber diese war anders.
Wir erhielten eine wirklich nette Nachricht, „bei schneller Transaktion ist das Angebot für mich okay.“
Wir schauten uns noch einmal das Inserat an. Es ist ein echt hübsches Boot, genau die Größe die wir uns vorgestellt haben. Doch dass Tom an dieses Inserat eine Nachricht geschickt hat war wohl mehr dem Zufall geschuldet, denn das Boot liegt schon eine halbe Weltreise entfernt und das wortwörtlich. Genauer gesagt liegt es auf den Fijis, irgendwo im Pazifik.
Doch es brauchte nur ein paar Telefonate mit dem Eigentümer, wie sich herausstellte auch ein Deutscher und eine Nacht zum drüber-schlafen, dann war es beschlossene Sache, wir fliegen nach Fiji.
Abschied
Die letzten Wochen bis Abflug vergingen fiel zu schnell. Auf einmal wurde es wirklich ernst. Nach so langer Zeit des immer wieder Aufschiebens hatten manche schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass es bei uns wirklich losgehen würde. Nicht allen aus der Familie konnte man persönlich Tschüss sagen, nicht allen Freunden nochmal einen Besuch abstatten.
Besonders schwer fiel es mir mich von meiner Oma und meinem Opa zu verabschieden. Es ist eine Reise ohne definiertes Ende und wer weiß wann man sich wieder sieht oder ob man sich überhaupt wiedersieht… Mein Opa ist erst vor Kurzem zu einem Pflegefall geworden. Meine Oma, überfordert von der neuen Situation, war nicht in der Lage sich viel Zeit und Raum für sich und ihre Enkelin zu schaffen. Und auch wenn ich versucht habe so viel da zu sein, wie es mir möglich war, ist es wohl nie genug um die Menschen zu verlassen die man liebt.
Es war der Tag des Abflugs, an dem Tom und ich nochmal in der Wohnung meiner Großeltern waren. Mein Opa hatte wochenlang unter Verwirrung gelitten, vermutlich eine Nebenwirkung der vielen Medikamente die er nehmen musste. Doch bei diesem letzten Besuch war er ganz klar. „Falls ich sterben sollte, kommt nicht zurück um mich zu begraben, genießt eure Reise und denkt an mich.“ Diese Worte brachten mich zum weinen denn mir wurde bewusst, dass nicht nur ich die leise Sorge hatte, dies könnte das letzte mal sein, dass wir uns sehen.
Als meine Oma und ich uns unter Tränen verabschiedeten steckte sie mir ein Kuvert zu, „für etwas Schönes was ihr euch sonst vielleicht nicht gönnen würdet.“ In dem Umschlag waren 500Euro. Eine Summe die sicher ein ganz schönes Loch in ihren Geldbeutel gerissen hat.
Aufbruch
Wir standen in der Schlange zum Check-in. Hinter dem Desk saß eine gemütlich wirkende Frau mit freundlichem Blick. Neben ihr öffnete ein weiterer Schalter, ein junger Mann mit pflichtbewusster Miene. Er winkte uns zu sich. Wir gaben ihm unsere Reisepässe. Er tippte auf der Tastatur seines Computers. „Habt ihr keinen Rückflug?“ „Nein.“ Den Blick den er uns zuwarf konnte ich nicht deuten. „Ohne Rückflug kann ich euch nicht einchecken“, sagte er ziemlich emotionslos. Wir erklärten ihm, dass wir auf Fiji ein Boot kaufen wollen, mit welchem wir das Land verlassen werden und das dies der Grund sei, warum wir keinen Rückflug haben. Er fragte uns, wohin die Reise nach Fiji geht. „Neuseeland“, sagte ich ohne groß darüber nach zu denken. „Habt ihr denn ein Visum für Neuseeland?“ Verdammt…
Tom kramte in seinem Handgepäck und holte einen 3-Zeiler von dem Bootseigner hervor in welchem steht, dass wir zu der Crew von Lola gehören und mit ihr das Land verlassen werden. Eigentlich sollte man eine solche Crew-Bestätigung vom Fiji Immigration Department vorweisen können. Wir wurden wohl auch ganz offiziell angemeldet, doch der Verkäufer hatte keine Bestätigung seitens der Behörde erhalten. Auch wir hatten versucht vor Abflug Kontakt mit dem Immigration Department aufzunehmen doch auch unsere Anfrage blieb unbeantwortet.
Skeptisch beäugte der Mann den Zettel. Kopfschüttelnd gab er ihn uns zurück, „das ist kein offizielles Dokument.“ Wieder erklärten wir uns.
Hilfesuchend drehte sich der Mann zu seiner Kollegin, diese winkte nur lachend ab. Doch leider überzeugte ihn das noch nicht. Er ging los um eine weitere Kollegin zu Rate zu ziehen. Er kam mit einer großen, schlanken Frau zurück die aussah wie eine Bilderbuch-Stuardess. Geduldig hörte sie erst dem Kollegen und dann uns beiden zu, studierte unsere Pässe und tippte etwas in den Computer ein. Dann lächelte sie uns an, „Check die beiden ein“, sagte sie an ihren Kollegen gewandt.
Der Abschied von meiner Familie vor der ersten Schranke, die nur Menschen mit Boardingpässen durchlässt, war hart. Als meine Schwester zu weinen anfing musste auch ich weinen, meine Mama weinte sowieso und selbst mein Papa, der sonst nicht für große emotionale Ergüsse bekannt war, wirkte ziemlich niedergeschlagen. Ich hatte so lange darauf gewartet endlich die Welt entdecken zu können, dass ich gar nicht bedacht habe, dass dies bedeutet die wichtigsten Menschen für eine Zeit lang zurück zu lassen. Immer wieder drehte ich mich zu den dreien um die mir jedes mal wieder zuwinkten. Ich konnte gar nicht aufhören zu weinen. „Ach Gott“, sagte eine Frau vom Security Check, „ wie lange bist du denn weg?“ – „Ich weiß es nicht“, brachte ich gerade so zwischen ein paar Schluchzern hervor.
Doch schnell wurde aus der Traurigkeit wieder ein neues Gefühl. Ein Gefühl der Aufregung, Neugierde, Hoffnung und Freude beschlich mich nach und nach denn ich realisierte, dass das was nun kommen wird ganz Groß wird! (:
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